Vor fast sechs Jahren wurde ich Teil des Teams von Grinding Gear Games und vor vier Jahren hatte ich das Glück, die Position als Community Managerin angeboten zu bekommen. Die letzten Jahre zählen zu den besten Jahren meines Lebens. Ich habe in dieser Zeit so viel über das Leben, die Spieleindustrie und über mich selbst gelernt und ich bin so unglaublich dankbar, heute Community Managerin von Path of Exile zu sein. Zur Feier dieses Jubiläums beantworte ich heute einige Fragen aus der Community über meine Rolle und meine Zeit bei Grinding Gear Games.

Wann und in welcher Position hast du bei GGG angefangen? Wie bist du Community Managerin geworden?

Ich fing im März 2013 bei GGG an, kurz nach dem Start der Offenen Beta. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Path of Exile noch nie gespielt, aber ich hatte von diesem coolen Spiel gehört, das von Kiwis entwickelt wurde, und das auch noch direkt bei mir um die Ecke. Ich bekam zufällig mit, dass GGG damals Leute für den Customer Support suchte. Da ich in der Vergangenheit bereits etwas Erfahrung in diesem Bereich gesammelt hatte (mehr schlecht als recht), erzählte mir ein Familienmitglied von der Stellenausschreibung, für den Fall, dass ich Interesse hätte. Damals verdiente ich mir mein Geld mit dem Anstreichen von Häusern, was mir Spaß machte, und als ich zum ersten Mal von der freien Stelle hörte, hätte ich niemals gedacht, dass die mich nehmen würden. Meine Arbeitserfahrung in der Branche lag damals schon einige Jahre zurück, sodass ich mir keine guten Chancen ausmalte. Ich entschied mich letztlich trotzdem, es zu versuchen und zu schauen, ob ich dort reinpassen würde. Ich bin so unglaublich froh, dass ich meinen Bedenken damals nicht nachgegeben habe.

Während meiner Zeit im Customer Support konzentrierte ich mich insbesondere auf die Bereiche Kommunikation und Forenmoderation. In dieser Materie fühlte ich mich einfach wohl und ich fing an, eine engere Beziehung zur Community aufzubauen. Da das Team immer größer wurde und wir irgendwann einen offiziellen Community Manager brauchten, schlug Chris mich vor, da meine Arbeitseinstellung und meine gute Beziehung zur Community gut zu der Stelle passten. Er entschied sich, mich während einer Probezeit zu testen, um zu sehen, ob ich noch über andere Talente verfügte, die für die Stelle von Nutzen sein könnten, und brachte mir außerdem ein paar neue Fähigkeiten bei, wie zum Beispiel Videobearbeitung und Synchronsprechen, und gab mir einige hilfreiche Einblicke in die Community von Path of Exile! Nach ein paar Monaten Probezeit hatte ich offiziell einen neuen Titel!

Kannst du uns einen Einblick in deine Rolle geben?

Im weitesten Sinne überwache ich in meiner Rolle den Informationsfluss zwischen der Community und den Entwicklern. Konkreter gesagt kommuniziere ich Ideen und Feedback an entscheidende Mitglieder des Entwicklungsteams, ich stelle sicher, dass wir nach Möglichkeit Antworten auf wichtige Probleme posten und ich organisiere die Planung und Umsetzung unseres News-Zeitplans. Darüber hinaus manage ich den Bereich soziale Medien und bin für unser Community-Team und den Umgang unserer Mitarbeiter mit der Öffentlichkeit zuständig. Dazu kommt noch ein gewisser Anteil an Produktionsarbeit, insbesondere in den Wochen vor einer neuen Erweiterung. Zum Beispiel bin ich jetzt schon mit dem Zeitplan fertig, der alle Teaser und News für die bevorstehende Erweiterung im März enthält. Das bedeutet auch, dass ich in den nächsten Wochen eng mit dem Entwicklungsteam zusammenarbeite, damit alle Neuigkeiten, die wir der Community vorstellen möchten, auch rechtzeitig fertig werden.

Wie hat sich deine Rolle als Community Managerin innerhalb der letzten vier Jahre verändert?

Ziemlich stark! Euch ist vielleicht aufgefallen, dass sich mein Titel über die letzten Jahre hinweg ein paar Mal geändert hat, angefangen vom Community Manager über den Head Community Manager bis hin zum (jetzigen) Community Director and Producer.

Als ich damals anfing, beinhaltete meine Rolle das Verfassen von einfachen News-Posts und ziemlich rudimentäre Videoarbeiten mit dieser GRAUENHAFTEN Videoschnittsoftware, die wir damals nutzten. Unser Team bestand damals gerade mal aus 30 Mitarbeitern, sodass die größte Herausforderung darin bestand, neue Ideen mit den wenigen Ressourcen umzusetzen, die uns damals zur Verfügung standen. Derzeit besteht das Community Team aus vier Mitarbeitern, die sich um alles rund um die Community kümmern, sowie aus ca. zwölf Übersetzern.

Mein Aufgabenbereich hat sich im Laufe der Zeit ziemlich erweitert. Früher musste ich mir die Informationen, die für meine Arbeit notwendig waren, von anderen Leuten einholen, und heute kommen viele Leute mit ihren Fragen zu mir, damit sie ihre Arbeit erledigen können.

Hast du deine eigenen Ideen eingebracht oder hat dir die Firma eine Richtung vorgegeben?

Mein Ziel bestand zunächst darin, die Aufgaben zu erlernen, für die Chris damals zuständig war. Als ich dann irgendwann gut eingearbeitet war, fing ich damit an, eigene Vorschläge für Verbesserungen einzubringen, und viele davon wurden mit der Zeit umgesetzt.

Zum Beispiel ist das hier der erste News-Post, den ich verfasst habe. Wir stellen auch heute regelmäßig besondere Dinge aus der Community vor, aber die Aufmachung dieser Posts hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Zum Beispiel haben News-Posts jetzt eigene Banner, ein breiteres Format, eingebettete Bilder etc. Es hat seine Zeit gedauert, diese Änderungen umzusetzen, da wir einen Weg finden mussten, die Aufmachung zu verbessern, ohne den täglichen News-Prozess zu verlangsamen.

Wie sieht für dich ein typischer Arbeitstag aus?

So etwas wie einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich gar nicht. Jeder Tag ist anders, wenngleich es einige Konstanten gibt. Da wir an fünf Tagen der Woche einen News-Post veröffentlichen, arbeiten wir jeden Tag darauf hin, die Deadline für den darauffolgenden Tag einzuhalten. Das kann zum einen bedeuten, dass wir den News-Post für den nächsten Tag vorbereiten müssen, oder dass wir mit den Vorbereitungen für einen anderen News-Post beginnen müssen, der für einen anderen Tag der Woche geplant ist. Grundsätzlich fange ich meinen Tag damit an, meine E-Mails und Nachrichten zu checken, die sich über viele Plattformen hinweg verteilen. Danach werfe ich einen Blick ins Forum, auf Reddit und in die sozialen Medien, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Stimmung an dem Tag ist, und um zu sehen, ob es irgendwas Dringendes gibt, um das ich mich sofort kümmern muss. Danach arbeite ich meine To-Do-Liste ab, angefangen bei dringenden Aufgaben bis hin zu längerfristigen Projekten. An manchen Tagen schaue ich mir Pläne an, die sich auf die nächsten 3-6 Monate beziehen, wobei mir immer bewusst wird, wie schnell die Zeit vergeht und wie alt ich mich fühle. Abgesehen von diesen Aufgaben stehe ich in ständigem Kontakt mit vielen Kollegen, um sicherzustellen, dass unsere Projekte auf einer Linie sind, und sorge dafür, dass alle die Informationen erhalten, die sie für ihre Arbeit benötigen. Darüber hinaus werfe ich über den Tag verteilt immer mal wieder einen Blick auf die Community.

Was ist der schwierigste Teil deines Jobs?

Das ist meist unterschiedlich, wobei ich diesen Job mittlerweile schon so lange mache, dass es kaum etwas gibt, das mich überraschen könnte, sodass momentan selbst die größten Herausforderungen “leicht” zu meistern sind. Der schwierigste Teil besteht wohl darin, dafür zu sorgen, dass ich einen gewissen Ausgleich habe und mich nicht überarbeite. Was das angeht, bin ich über die letzten Jahre hinweg schon 20 Mal besser geworden, aber ich muss mich immer daran erinnern, abzuschalten und rauszugehen. Das Knifflige daran ist, dass meine Arbeit so viel Spaß macht und es mir dadurch schwer fällt, die Grenze zwischen “hart arbeiten” und “zu viel arbeiten” zu erkennen. Man kann in der Tat zu viel des Guten haben.

Was gefällt dir an deinem Job am besten?

Die Menschen – sowohl die Path of Exile Community als auch meine Kollegen. Es gibt ein paar Leute aus der Community, denen ich jetzt seit sechs Jahren folge. Es ist einfach etwas Besonderes zu sehen, wie sich manche Leute entwickeln und Änderungen in ihrem Leben mit anderen Menschen teilen. Die Community bereitet mir einfach Freude und bringt mich immer wieder aufs Neue zum Lachen.

Meine Kollegen sind ein bunter Mix aus Menschen und Talenten. Ich habe über die letzten Jahre so viel von ihnen gelernt. Außerdem sind einige von ihnen aus den verschiedensten Ecken und Enden der Welt nach Neuseeland gezogen, um hier im Studio zu arbeiten, was die Arbeitsatmosphäre hier so vielfältig und besonders macht.

Wie groß ist die Sorge, die Firma falsch zu repräsentieren, versehentlich Leuten vor den Kopf zu stoßen oder den Ruf von GGG auf andere Weise zu schädigen, wenn man bedenkt, dass ein gewisser Anteil deines Jobs das Posten von Memes beinhaltet?

Es gibt ein kleines Missverständnis darüber, was meine Arbeit alles beinhaltet. Es ist nicht so, dass mir das Posten von Memes keinen Spaß macht (denn das macht es gewaltig), aber dennoch bedarf es einer Klarstellung. Das Posten von Memes ist definitiv ein Teil meines Jobs. Das wurde nicht wirklich entschieden oder besprochen, sondern das hat sich einfach so entwickelt. Der größte Teil meiner Arbeit findet allerdings hinter den Kulissen statt. Das, was man öffentlich von mir wahrnimmt, entspricht eigentlich nur in etwa 10 % von meiner tatsächlichen Arbeit.

Um die Frage zu beantworten: Das ist eine Sorge, die mich ständig begleitet. Bei der Auswahl von Memes und Gifs stelle ich mir durchaus die Frage, ob sich dadurch jemand angegriffen fühlen könnte. Manchmal stoße ich auf Gifs, die perfekt zu einer Situation passen würden, aber die einfach zu brisant wären, und dann lasse ich es sein.

Wenn ich bei einem Post oder einer Aussage Zweifel über die Reaktionen habe, die ich damit auslösen könnte, tausche ich mich grundsätzlich immer mit meinem Team aus, um mich zusätzlich zu versichern. Mittlerweile kann ich aber relativ gut einschätzen, wo ich meine Grenze ziehen muss.

Hast du vor deinem jetzigen Job schon mal im Bereich PR oder Community Management gearbeitet? Wie war das?

Ja. In etwa fünf Jahre, bevor ich bei Grinding Gear Games anfing, gab es da ein Spiel, das ich ca. ein Jahr lang spielte. Es war ziemlich klein und hatte insgesamt nur um die 40.000 Nutzer, von denen rund 500 gleichzeitig spielten. Ich habe so viel gespielt, dass mein Charakter irgendwann die höchste Stufe auf dem Server erreichte (es gab keine Stufenbegrenzung). Da ich so viel Zeit mit dem Spiel verbrachte, hat mir der Hauptentwickler vorgeschlagen, mich zum GM (General Manager) zu machen.

Ich war so SCHLECHT darin. Ich hatte bei den Spielern von Anfang an kein gutes Ansehen, da mein Charakter die höchste Stufe hatte und ich damit in der Lage war, andere Spieler zu sperren. Außerdem machte ich zu diesem Zeitpunkt privat eine schlechte Phase durch, sodass ich mich gegenüber der Community ziemlich daneben verhielt. Ich brachte sie gegen mich auf, was Spieler dazu ermutigte, bestimmte Regeln zu brechen, und als Reaktion wurden sie von mir dafür gesperrt. Das war wirklich kein gutes Verhalten und ehrlich gesagt schäme ich mich dafür bis heute.

Ein paar Jahre danach blickte ich auf die Zeit zurück und dachte “Was habe ich da nur getan?”. Ich entschuldigte mich bei dem Entwickler, der damals involviert war, aber ich hatte den Kontakt zu den meisten Leuten auf dem Server verloren und hatte keine Möglichkeit, mich bei ihnen zu entschuldigen. Wenn ich im Internet nach meinem GM-Namen suche, finde ich jetzt noch Einträge in Foren, die bezeugen, wie schlecht ich damals war.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich die Chance bekommen würde, das alles wiedergutzumachen. Als ich also damals die Stelle bei GGG erhielt, war es genau das, was mich damals antrieb: Ich wollte es diesmal richtig machen. Obwohl ich das Geschehene nicht rückgängig machen kann, habe ich die Möglichkeit, diese negative Erfahrung dazu nutzen, um positive Erfahrungen in der Zukunft zu erschaffen. Für mich ist es eine ständige Erinnerung daran, was ich zur Community beitragen möchte und was nicht. Nach sechs Jahren kann ich mit Freude sagen, dass ich stolz darauf bin, was ich zu dieser Community beigetragen habe, und dass mich meine Fehler aus der Vergangenheit nicht eingeholt haben.

Welche Verantwortungen und Schwierigkeiten gibt es bei der Betreuung einer sehr lebhaften Community, die man als Außenstehender vielleicht so nicht erwartet?

Ich denke einer der schwierigsten Punkte ist das Missverständnis, wenn wir uns nicht öffentlich mit etwas befasst haben. Dadurch denkt die Community automatisch, dass wir es nicht wahrgenommen haben oder uns nicht um das Thema kümmern. Es gibt viele Gründe, warum wir vielleicht noch keinen Kommentar zu etwas abgeben können, aber wir sind stets aufmerksam. Ich habe das große Glück in meiner Position, dass ich mit einem so engagierten Entwicklungsteam zusammenarbeite. Die meisten Entwickler beobachten aus eigenem Antrieb regelmäßig das Feedback aus der Community.

Sowohl PoE als auch Warframe haben fantastische Community-Leads, die zufällig weiblich sind. Hast du in der von Männern dominierten Videospielindustrie jemals Frauenfeindlichkeit erlebt? Hast du dich während deiner Arbeit jemals von Programmierern und anderen hochtechnisch ausgebildeten Leuten herablassend behandelt gefühlt?

Ich habe hier im Studio noch nie Frauenfeindlichkeit erlebt. Die neuseeländische Kultur ist von Grund auf vergleichsweise fair, wenn es um die Gleichbehandlung von Frauen und Männern geht – zumindest meiner Erfahrung nach. Ich habe mich auch von anderen Leuten hier nie ausgegrenzt gefühlt oder wurde herablassend behandelt. Wir alle haben Fähigkeiten in unseren jeweiligen Bereichen und arbeiten zusammen, um relevante Informationen mit Geduld und Mitgefühl auszutauschen. Abgesehen davon gibt es hier ein paar Entwickler, die ungewöhnlich geschickt darin sind, Memes auszuwählen, und ich denke, ich muss mich vielleicht bald mit ihnen messen.

Was die gesamte Branche betrifft, nein, nichts Ernstes. Es gibt eine kleine Teilmenge von Menschen, die denken, dass Belästigung sozial akzeptabel ist, und eine weitere Teilmenge von Menschen, die meinen Erfolg gerne ausschließlich darauf zurückführen, dass andere Leute dem Wunsch nachgehen, mich zu belästigen. Es scheint, dass diese Ideologie auch bei Twitch-Streamern ihr Unwesen treibt. Das ist zwar nicht gerade schön, aber ich habe keine Schwierigkeiten damit, es nicht an mich rankommen zu lassen.

Du bist bekannt dafür, dass du engen Kontakt zur Community pflegst. Ist das nur natürliches Charisma oder gibt es irgendwelche Tricks, die du lernen musstest, um diese Fähigkeiten zu entwickeln?

Ein Teil meines Geheimnisses ist, dass ich mit einem Team von Entwicklern zusammenarbeite, die sehr gerne transparent über ihre Arbeit berichten. Was ich tue, wäre nicht möglich, wenn dieser wichtige Teil der Dynamik wegfallen würde. Ich habe mich schon immer leidenschaftlich für die Arbeit und Kommunikation mit Gruppen von Menschen eingesetzt. Schon als Barista hatte ich immer ein Glücksgefühl dabei, mit Stammkunden zu sprechen und dafür zu sorgen, dass sie jeden Tag guten Kaffee trinken. Es mag kitschig klingen, aber man muss keine großen Heldentaten vollbringen, um die Welt, in der man lebt, besser zu machen. Man kann es auf kleine Weise tun — es zählt trotzdem.

Es gab definitiv Dinge, die ich lernen musste, während ich mich bei anderen Dingen aus meiner Komfortzone hinauswagen musste, um mich einzubringen. Während ich relativ albern bin, wenn ich mich erst mal an mein Umfeld gewöhnt habe, bin ich eigentlich von Natur aus sehr schüchtern und genieße das Rampenlicht nicht so sehr. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es geschafft habe, im Rampenlicht der Community zu stehen und es wirklich anzunehmen. Es ist häufig immer noch beängstigend, aber diese Angst hat mich immer dazu gebracht, es anzunehmen und noch besser zu machen.

Zusätzlich zu deiner Arbeit als Community-Managerin hältst du auch die Serie "Build der Woche" am Laufen. Kannst du uns etwas darüber erzählen? Wie wählst du die richtigen Builds aus?

Das Arbeiten an der "Build der Woche"-Serie macht mir wirklich unglaublich viel Spaß! Es ist eine interessante Art und Weise, der Path of Exile Community einen Spiegel ihrer selbst zu zeigen. Hier ist, was ihr im Moment macht – was haltet ihr davon? Es ist eine wahnsinnig interessante Methode, Feedback über das Spiel zu erhalten.

Was die Auswahl der Builds betrifft, ist es eigentlich ganz einfach. Einer unserer Gamedesigner stellt eine Auswahlliste mit interessanten Builds zusammen, die gerade für die jeweilige Saison relevant sind. Wir gehen die Liste dann gemeinsam durch und wägen die Vor- und Nachteile jedes Builds ab, was vor allem sicherstellt, dass wir über die Saison hinweg eine Vielzahl von Build-Typen präsentieren können. Zum Beispiel streben wir im Allgemeinen einen starken, aber einfachen Build, einen Meta-Build, einen schwachen, aber lustigen Build, einen Nahkampf-, einen Fernkampf-Build usw. an.

Die Outtakes aus der "Build der Woche"-Serie sind ebenfalls sehr beliebt und werden in der Community oft erwähnt. Wann hast du dich entschieden, Outtake-Videos zu veröffentlichen? Was bedeuten sie für dich?

Ich kann mich nicht erinnern, wann wir uns entschieden haben, Outtake-Videos zu veröffentlichen. Ich denke, dass es zum einen durch die Nachfrage aus der Community und zum anderen dadurch entstanden ist, da ich wusste, wie sehr mir das Anschauen dieser Videos persönlich Spaß machen würde.

Ich habe immer gemischte Gefühle bei diesen Videos. Ich habe beispielsweise immer Angst vor der Veröffentlichung und bin kurz davor immer sehr nervös. Sie sind definitiv peinlich! Doch zu sehen, wieviel Spaß es den Leuten aus der Community macht, sie anzuschauen, erwärmt mein Herz und macht sie so wertvoll. Ein paar Leute haben mich kontaktiert und mir gesagt, dass sie diese Videos gerne anschauen, wenn sie sich verunsichert fühlen oder etwas Aufmunterung brauchen, und das ist ehrlich gesagt eines der schmeichelhaftesten Dinge, die ich je in meinem Leben gehört habe.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Ich sehe mich immer noch bei Grinding Gear Games und wie ich weiter an dem arbeite, was sich daraus im Laufe der Zeit entwickelt hat. Ich liebe es nicht nur, Teil dieses Teams zu sein, sondern auch, dafür zu sorgen, dass wir den Weg fortsetzen, der uns mit der Community verbindet.

Mir sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass GGG einen Monitor im Büro hat, der lediglich dazu bestimmt ist, die Folgen von Baeclast zu wiederholen. Könntest du das bitte bestätigen?

Was ist ein Baeclast?

Spielst du eigentlich selbst Path of Exile? Welche sind deine Lieblings-Builds?

Ja – ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Lieblings-Build habe, aber ich habe normalerweise einige Spielstile, mit denen ich mich sehr wohl fühle. 80% meiner Builds sind Waldläuferinnen, die anderen 20% sind eine Variante der Lichtbogen- oder Klingentanz-Fertigkeit.

Einer der wichtigsten Momente in Path of Exile sind die Release-Tage einer Erweiterung. Kannst du uns ein wenig über diese Ereignisse erzählen?

An einem Release-Tag wache ich gegen 3.30 Uhr auf und schaffe es bis ca. 4.30 Uhr ins Studio. Ich mache mir immer eine Notiz, um die Dunkelheit und ihre Neuartigkeit festzuhalten. Ich stehe nur alle drei Monate so früh auf, und so versuche ich, diesen Moment zu genießen, da ich normalerweise die Welt zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen bekomme.

Dann schleiche ich mich am Büro von Chris vorbei, wo er normalerweise schläft, und richte mich an meinem Schreibtisch mit Kaffee und all unseren Social-Media-Accounts ein. Wenn die Sysadmins eintreffen, erkundige ich mich, welchen Status der Build hat und bitte um eine Übersicht über mögliche Probleme, die auftreten könnten.

Der Rest meines Tages besteht daraus, bei der Community Vorfreude zu schüren, Feedback zu überwachen, Fragen zu beantworten, mit meinen Mitarbeitern über beabsichtigtes/unbeabsichtigtes Spielverhalten zu kommunizieren und sicherzustellen, dass die Kommunikation gut läuft.

Gegen 13 Uhr kann ich normalerweise nach Hause gehen und die Community von meinem Bett aus und mit einer Tasse Kaffee in der Hand weiter im Auge behalten.

Welcher Moment bei einem Liga-Launch ist dir am positivsten in Erinnerung geblieben?

Ich kann gar nicht sagen, ob das der beste Moment war, aber es ist sicherlich der, der mir am meisten in Erinnerung geblieben ist. Ich erinnere mich, dass jemand im Vorfeld eines Ligastarts (während wir alle gespannt darauf warteten) ein Bild von einem Eimer postete, den er als Toilette benutzen wollte, und ich erinnere mich, dass ich dabei dachte: "Verdammt, die Leute mögen Path of Exile wirklich".

Die meisten Veröffentlichungen verschwimmen ineinander und formen sich zu einer einzigen Erinnerung aus Aufregung, Nerven und Müdigkeit.

Was ist dein Lieblings-Meme?

Das ist, als würde man versuchen, sein Lieblingskind auszuwählen. Im Moment bringen mich Herr der Ringe Memes immer wieder zum Lachen. Besonders das Frodo-Meme "Alright, keep your secrets". Ich kann nicht einmal erklären, warum. Es ist nicht objektiv gut, aber es gefällt mir einfach.

Welche Hobbys oder Interessen hast du außerhalb von Path of Exile?

Ich habe ziemlich viel Spaß daran, digitale Kunst zu erstellen. Die Kunst auf meinem Twitter-Account ist auch eine Arbeit, die ich gemacht habe. Ich liebe auch Musik, Wandern und Kochen! Als ich jünger war, lag der Schwerpunkt meiner Hobbys auf der Musik – ich war sogar einmal im Orchester eines Zirkusses, was einer der Höhepunkte meines Lebens bleibt. Im Allgemeinen versuche ich aber jeden Tag eine bessere Version von mir selbst zu werden und lerne immer weiter. Das spiegelt sich in vielerlei Hinsicht wider, bleibt aber mein Hauptaugenmerk.

Wenn du etwas sagen könntest, das jeder Path of Exile Spieler einmal gehört haben sollte, was wäre das?

Die Leute, die die Teile des Spiels machen, die euch nicht so sehr zusagen, sind genau die gleichen Leute, die die Teile des Spiels machen, die euch gefallen. Bleibt also fair in eurem Umgangston.

Wie schwer ist es, nichts über die nächste Erweiterung auszuplaudern?

Es ist extrem schwer. Habt ihr jemals in der Nähe eines hohen Sprungbretts gestanden und das Gefühl gehabt, dass ihr euch unfreiwillig entscheiden könntet zu springen? Im Vorfeld unserer Ankündigung von Incursion konnte ich nicht aufhören, daran zu denken, dass ich zufällig den Namen der Liga ausplaudern würde. Ich habe davon geträumt. Im Twitch-Chat habe ich immer wieder zu mir selbst gesagt “Verrate nicht den Namen der Liga”, “Verrate nicht den Namen der Liga”.

Es ist auch aus dem Grund schwer, es nicht zu verraten, weil ich es mit euch unbedingt teilen möchte, sobald ich es weiß. Ich kann es damit vergleichen, wenn ich jemandem ein Geschenk kaufe. Ich hasse es, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu warten, um es dieser Person zu geben. Ich will es ihr sofort überreichen!

Hast du irgendwelche besonderen Neuigkeiten, mit denen du an dieser Stelle die Community necken möchtest?

Blau und gelb. Es steht nicht auf der Liste.

Nochmals ein großes Dankeschön an die Community von Path of Exile und das Team von Grinding Gear Games, die mich in ihren Kreis aufgenommen haben. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie viele bereichernde Erfahrungen ich hier bereits erlebt habe.

Dankeschön!
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Grinding Gear Games

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