Letzte Woche haben wir eine neue Serie gestartet, in der wir Community-Streamer interviewen, um etwas mehr aus ihrem Leben zu erfahren. Hier könnt ihr euch das erste Interview ansehen, das wir mit Zizaran geführt haben. Diese Woche sprechen wir mit TarkeCat, dem Mann hinter den Memes.

Hi Tarke, vielen Dank, dass du am Interview teilnimmst! Bitte stell dich doch mal vor.

Hi, ich bin Tarke! Mein richtiger Name ist Jake. Ich bin 25 und ein Path of Exile Streamer aus England.

Wie lange streamst du schon? Wie bist du dazu gekommen?

Ich streame seit 2013, mit einigen Pausen dazwischen. Ich streame hauptsächlich Path of Exile, aber wurde erst zur Zeit der Perandus/-Prophecy-Ligen wirklich “bekannt”. Ich habe mir mit einigen Build-Guides einen Namen gemacht, die wirklich furchtbar waren, wenn ich jetzt so daran denke. Zu meiner berühmt-berüchtigten Bekanntheit trug auch ein unglücklicher Kamerawinkel bei. Während eines Gastauftritts bei “State of Exile” stach ich optisch mit einer Mischung aus Überheblicher Aristokrat und menschlicher Daumen hervor. Seit der Breach-Liga bin ich Vollzeit-Streamer, oder eher Teilzeit/-Casual-Streamer, wenn man es mit Zizaran vergleichen müsste. Davon abgesehen, dass ich ständig müde bin, liebe ich das Streamen.

Ich bin durch Kripparian zum Streamen und zu Path of Exile gekommen. Damals war ich gezwungen, ein Jahr Auszeit von der Uni und von meinem Kunststudium zu nehmen, da ich mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen hatte, nachdem bei mir Morbus Crohn diagnostiziert wurde, einer lästigen, lebenslangen Autoimmunkrankheit. Ich verbrachte damals neun Monate im Bett und schaute Kripp zu, wie er sich langsam (und ich meine LANGSAM) seinen Weg durch die geschlossene Beta von Path of Exile bahnte. Es war großartig. Da ich damals außer den gelegentlichen Terminen im Krankenhaus großartig nichts zu tun hatte, stellte ich meinen Schlafrhythmus so um, dass ich perfekt auf Kripps Streaming-Zeiten abgestimmt war, und mir so 14 Stunden pro Tag am Stück das Farmen in den Kriegsschrein-Ruinen und Racing mit den mumblebros reinziehen konnte.

Ich schaute Kripp in etwa einen Monat beim Spielen zu, bevor ich mich traute, es selbst mit Path of Exile zu versuchen. Mein erster Charakter fand ein jähes Ende, nachdem ich feststellen musste, dass es einen Hardcore-Charakter nicht gerade überlebensfähig macht, wenn man den Schatten als Klasse wählt und alle Klauen-Passive im Fertigkeitenbaum wählt, nur weil man Klauen cool findet. Nachdem ich einen Monat lang Builds aus der frühen Beta studierte, wurde mir klar, dass es für einen guten Build nichts weiter brauchte als die Passive ‘Statische Schläge’, ‘Innere Kraft’, ‘Blutmagie’ und die Passive mit den maximalen Widerständen im Bereich des Marodeurs, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere. Nach dieser tollen Erkenntnis fing ich damit an, auf Twitch das Erstellen von Builds zu streamen, in anderen Worten half ich anderen Spielern, die mit Path of Exile anfangen wollten, beim Zusammenklicken ihrer Fertigkeitenbäume. Ich habe damals nie Gameplay gestreamt, nur das Zusammenstellen von Builds. Das Ganze ging ein paar Monate so, bis ich leider damit aufhören musste, um endlich meinen Abschluss an der Uni zu machen. Erst zur Perandus-Liga konnte ich zu meinen treuen +/- 10 Zuschauern zurückkehren, die sich an mich und meine D3-Streams erinnerten, aber letztere lassen wir hier mal außen vor.

Was können die Leute von deinem Stream erwarten? Folgst du einem festen Zeitplan?

Während ich jetzt deutlich mehr Gameplay streame als noch zu meinen Anfängen im Jahr 2013, muss mein Publikum wissen, dass es in rund einem Drittel meiner Streams darum geht, plumpe Zeichnungen in Paint anzufertigen, Bob Ross anzuschauen oder in den Spielpausen in meinem Versteck die Sims nachzustellen. Wenn ihr also in Path of Exile vernarrt seid, aber nicht den ganzen Tag irgendwelches Endgame-Meta anschauen wollt, könnte mein Stream euch vielleicht gefallen.

Was den Zeitplan angeht, halte ich mich an eine strikte Routine zwischen etwas Schlaf und dem Zuschauen anderer Streamer, während ich esse, bis ich schließlich meinen eigenen Stream starte. Ihr wisst schon, dieser komische Typ, den ihr immer im Chat seht, egal wie spät es ist oder wer der Streamer ist? Das bin ich (für den Fall, dass ich den “Go Live” Button bei OBS gefunden habe)!

Du hostest einen regelmäßigen Podcast namens ‘Baeclast’, kannst du uns etwas mehr darüber erzählen?

Baeclast ist ein Podcast, in dem ich und RaizQT uns mit einer wechselnden Gruppe aus anderen Path of Exile Streamern und manchmal auch Entwicklern zusammensetzen (vielen Dank nochmal, Chris!). In gemütlicher Runde besprechen wir alles Mögliche zum Thema Path of Exile, meist im Rahmen von zwei bis drei Stunden. Wir möchten immer so viele Themen wie möglich abdecken und sind außerdem berüchtigt dafür, des öfteren auch mal vom Thema abzukommen. Wir streamen jede Folge live auf Twitch und laden das Video dann auf YouTube hoch. Wir versuchen in etwa alle zwei Wochen eine neue Folge herauszubringen, aber müssen manchmal aufgrund von kurzfristigen Änderungen in der Liga, Racing, Ankündigungen und der Verfügbarkeit der Teilnehmer unseren Zeitplan umstellen.

Was hat dich zum Starten des Podcasts motiviert?

Ich wollte schon immer die Art von Content produzieren, die ich mir auch selbst ansehen würde. Zu der Zeit, als ich mit dem Podcast anfing, gab es kein vergleichbares Format, das so spontan und ungezwungen war. Natürlich gab es in Path of Exile einige tolle Podcasts, wie zum Beispiel “State of Exile” oder “Lioneye’s Watch”, aber irgendwie entsprachen sie nicht genau dem, was ich mir damals vorgestellt hatte, und leider wurden beide eingestellt.

Es war zunächst geplant, zwischen dem Ende der Perandus-Liga und dem Anfang der Prophecy-Liga zusammen mit ItsYoji einen normalen Podcast zu machen. Wir haben sogar einen Piloten aufgenommen, aber aufgrund meiner fehlenden Erfahrung und der Tatsache, dass es bei mir gesundheitlich etwas bergab ging, kam die Folge erst viele Monate später raus. Damals fand in Berlin ein großes Treffen von Streamern und Zuschauern statt. Das war eine fantastische Gelegenheit, Leute zu treffen, die ich schon jahrelang bewunderte, und bot gleichzeitig das Podium, um gemeinsam in einer Gruppe frischen Content zu produzieren. Unter den Streamern vor Ort waren ItsYoji, Zizaran, RaizQT, PressStartToPaws und so ein Typ namens TarkeCat.

In meinem Kopf sah der Plan so aus: Ich würde die anderen überreden, sich ein paar Stunden Zeit zu nehmen, während ich meine Kamera auspackte und in einem Cafe oder einer Bar live eine Webshow aufzeichnete, in der wir uns in ungezwungener Atmosphäre bei ein paar Drinks über den aktuellen Stand von Path of Exile austauschten. Tatsächlich spielte sich das Ganze so ab: An dem Wochenende hatten wir alle etwas zu tief ins Glas geschaut, und RaizQT und ich versuchten in der Toilette irgendeiner Bar im halb-betrunkenen Zustand eine Konversation über das Starten eines neuen Podcasts zu führen, während wir von den Kotzgeräuschen eines bestimmten Streamers aus der Kabine hinter uns übertönt wurden.

Irgendwie hat meine Werbung die erhoffte Wirkung erzielt, und seit über einem Jahr organisiere ich den lässigsten Podcast zum Thema Path of Exile, der hoffentlich noch mindestens ein weiteres Jahr voller Episoden hervorbringt.

Kannst du uns aus diesem Projekt ein paar Highlights oder positive Erfahrungen nennen?

Das Organisieren eines regelmäßigen Podcasts beinhaltet das Verfassen einer Menge langweiliger administrativer Nachrichten, das Warten auf Antworten, das Einhalten von Deadlines bis hin zur Lösung technischer Disaster, die bis zur letzten Minute auftreten können. Obwohl das nicht gerade nach Spaß klingt und oft ziemlich viel Stress verursacht, ist es eine Beschäftigung, die einen begeistert und mit Energie durchdringt, etwas, das mir seit meiner Zeit an der Uni und bei der Arbeit an Filmsets fehlte.

Obwohl das Organisieren von Baeclast an sich schon eine tolle Erfahrung ist, war Chris’ Auftritt eins der absoluten Highlights, gerade deshalb, weil er so lässig genug war, hier und da ein paar Schimpfwörter fallen zu lassen. Es mag blöd klingen, aber es fühlte sich so surreal an, einen Hauptentwickler zu Gast in einem Podcast zu haben, den ich in einem Gästezimmer im Haus meiner Mutter ins Leben gerufen hatte. Die Tatsache, dass es sich eben nicht wie ein gewöhnliches Presseinterview anfühlte, hat es zu einer ganz besonderen Erfahrung gemacht.

Hast du irgendwelche Ideen für die Zukunft des Podcasts?

Bezüglich Baeclast, einfach nur mehr vom Gleichen! Hoffentlich werden wir uns mit der Zeit weiter verbessern, aber es ist mir wirklich wichtig, diese leicht (in Ordnung, ziemlich!) verkratzte Atmosphäre, die zur Identität der Show beiträgt, beizubehalten.

Oh, und vielleicht sollte ich diese Person Namens Bex irgendwann mal in die Show bringen, mit der ich ständig genervt werde.

Ist Streamen dein Hauptjob? Falls ja, was hast du vor dem Streamen gemacht?

Ich bin tatsächlich ein Katzenvater in Vollzeit, aber es gab eine Zeit nach der Universität, bevor ich anfing, hart an meiner Streaming-Karriere zu arbeiten, in der ich tatsächlich an einer Filmschule unterrichtete. Während diese Nachricht einige erschrecken könnte, wärt ihr überrascht, wie ähnlich der Twitch-Chat mit dem durchschnittlichen Klassenzimmer ist.

Welche Hobbies oder Interessen hast du abgesehen vom Streamen?

Wenn es um meine Zeit außerhalb des PCs geht, dann bin ich merkwürdig besessen davon. Ich hänge mich an etwas dran und verbringe meine gesamte Freizeit damit. In der Regel beschäftige ich mich ein paar Monate lang mit etwas und probiere dann etwas anderes. Für gewöhnlich ist es ein Spaziergang. Wenn ich mich nach einem Tag des Streamings unruhig fühle, dann dusche ich, ziehe mich um und gehe einfach ein paar Stunden in London spazieren. Die Vorstadt Londons ist nachts ziemlich cool, da wir eine riesige Population von städtischen Füchsen haben und man auch auf eine Menge Hundebesitzer trifft.

Obwohl, zurzeit backe ich wirklich gerne Brot. Ich bin mir nicht ganz sicher, woher der Wunsch kam, aber ich bin derzeit auf der Suche nach dem perfekten Bananenbrot. Ich denke, dass ich nicht gerade ein guter Bäcker bin. Das Ergebnis ist meist entweder durchgeweicht oder der Laib wird zu trocken.

Wenn du etwas sagen könntest, das jeder Path of Exile Spieler einmal gehört haben sollte, was wäre das?

Es stimmt mich traurig, dass viele Path of Exile-Spieler noch nie von der 11 + 4 Tragödie gehört haben.

Es gibt viele neue Spieler, die versuchen, mit dem Streamen von Path of Exile erfolgreich zu werden. Welche Ratschläge würdest du ihnen geben?

Macht euch keinen Kopf darüber, was andere Leute machen. Findet etwas, das euch Spaß macht, und bleibt dabei. Solange ihr es genießt, ist es eure Zeit wert. Denkt nicht daran, damit Geld zu verdienen. Wenn das euer Ziel ist, dann ist Streaming nichts für euch und es wird euch schnell belasten.

Gibt es ein paar neue Content-Creator, die du an dieser Stelle gerne erwähnen möchtest?

Es gibt einige Content-Creator, von denen jeder Path of Exile-Spieler gehört haben muss.

Engineering Eternity erstellt unglaublich anfängerfreundliche Build-Guides und ist jemand, den ich jedem empfehlen würde, der neu in Path of Exile ist.

Karvarousku bietet Wissensbomben für Tage an. Wenn ihr Fragen über irgendeine Mechanik habt, dann hat Karv die Antwort.

Um hier auch einige der neueren Content-Creator zu nennen:

Octavian. Ich bin sehr neidisch auf Octavians butterweichen Ton. Er hat eine großartige YouTube-Serie namens Price Check, die für neue und alte Spieler gleichermaßen informativ ist.

Grimro. Er spezialisiert sich auf sehr schnelle Softcore-Magic-Find-Builds und Strategien in Karten. Er leistet dabei großartige Arbeit und schafft es seine Gedanken direkt in leicht verständliche YouTube-Guides zu destillieren.

Derrok. Ich sehe Derrok als den Bob Ross von Path of Exile an. Sein YouTube-Kanal widmet sich der Herstellung individueller Versteck-Dekorationen. Im Lego-Stil und durch cleveres Kombinieren erschafft er so ganz neue Objekte, die gleichzeitig höchsten Ästhetikansprüchen genügen.

Skryah. Abgesehen von seinem schwer zu merkenden Namen, hat Skryah kürzlich damit begonnen, Videos für den YouTube-Kanal von RaizQT zu machen. Gemeinsam bringen die beiden einige der besten PoE-Inhalte heraus.

Hast du irgendwelche Projekte am Start, die du gerne mit der Community teilen möchtest?

Ich habe weitere Projekte geplant, die aber noch ein wenig zu früh in der Entwicklung sind, um tiefergehend darüber zu sprechen. Ihr könnt grundsätzlich mehr von eurem britischen Lieblingsstreamer erwarten und euch auf einige aufregende unangekündigte Kleinigkeiten freuen, die baldTM kommen werden.

Für alle, die sich fragen, ja, ich bin mir der unbeständigen Zustände von Plattformen wie YouTube sehr wohl bewusst. Ich prüfe die langfristige Möglichkeit, entweder ein Rapper auf Soundcloud oder vielleicht sogar Barista zu werden. Für den Moment plane ich jedoch, weiterhin den hochgradigsten Non-Content von Path of Exile zu produzieren.

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Danke, dass du am Interview teilgenommen hast! Wenn ihr Interesse habt, dann folgt TarkeCat auf Twitch, YouTube und Twitter!
Beitrag von
am
Grinding Gear Games

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